Abschaltung des ARD-Hörfunk-TP stoppen!
dieser Beitrag wurde am 16.06.2021 von Christian Schubert gestartet
Plakativ wird das Problem des viel zu tiefen Low-Pass Filters beim Vergleich der jeweiligen Spektren. Zunächst eine Aufnahme vom alten Transponder:
Spektrum alter Transponder
Der LPF setzt bei etwa 20 kHz ein.
Nun das Spektrum der gleichen Sendung auf dem neuen Transponder:
Spektrum neuer Transponder
Der LPF schlägt schon unterhalb von 15 kHz zu.
Es drängt sich der Eindruck auf, dass auf den neuen Transpondern der Frequenzbereich von UKW (bis max. 15 kHz) nachgebildet wird.
Spektrum alter Transponder
Der LPF setzt bei etwa 20 kHz ein.
Nun das Spektrum der gleichen Sendung auf dem neuen Transponder:
Spektrum neuer Transponder
Der LPF schlägt schon unterhalb von 15 kHz zu.
Es drängt sich der Eindruck auf, dass auf den neuen Transpondern der Frequenzbereich von UKW (bis max. 15 kHz) nachgebildet wird.
Das ist tatsächlich so: bei 128 kBit/s LC-AAC hat man den Tiefpass irgendwo zwischen 15 und knapp 16 kHz gesetzt - offenbar sogar noch unterschiedlich je nach Anstalt. Damit erreicht man, die knappe Bitrate nicht in ein deutlich über 15 kHz hinausgehendes Frequenzspektrum zu "verschwenden", sondern unterhalb 15 kHz mehr "Bitrate je Bandbreite" zur Verfügung zu haben.
Darüber kann man natürlich diskutieren. Lieber mehr Bandbreite und dafür weniger Präzision oder weniger Bandbreite und dafür mehr Präzision? Für volle Bandbreite UND Präzision gleichzeitig reichen die mageren 128 kBit/s halt nicht...
Bei den meisten Programmen ist das aber völlig unerheblich, die haben ohnehin ihr UKW-Krawallprocessing auch via Satellit laufen und dementsprechend oft schon bei ca. 16 kHz einen Tiefpass durch das Processing.
Habe mal ein paar Beispiele zusammengestellt, jeweils exakt vom gleichen Ausschnitt und jeweils nur der linke Kanal des jeweiligen Ausschnittes:
Bayern 1:

NDR 2 (eine Wiederholungssendung auf NDR Blue):

Bei den Kulturwellen, die mehr als 128 kBit/s haben, sieht es beim AAC etwas besser aus - dafür sieht es aber oft auch bei 320 kBit/s MP2 deutlichst besser aus, weil das UKW-Processing nicht im Signalweg ist.
Hier WDR 3 bei Live-Moderation:

Da sieht man dann deutlich, was fehlt. Wer unter vielleicht 35 Jahre alt ist, kann den Unterschied dann auch noch wahrnehmen...
Noch ein weiterer Aspekt: Die ARD-Anstalten "entwerten" nicht nur viele Endgeräte bei Kunden sondern auch die ihre hauseigenen hervorragenden Orchester, Big Bands und Chöre. Wodurch? Weil kein Verbreitungsweg mehr angeboten wird, der die Leistungen der Klangkörper adäquat zu den Hörern bringt.
Das unterschreibe ich sofort.
Es geht z.B. auch ganz konkret um Surround. Die Produktionen sind aufwendig und laufen künftig weitgehend ohne Publikum.
Nur BR Klassik wird die Surround-Fassung noch parallel zur Stereo-Fassung übertragen können. Auf SWR 2, WDR 3, MDR Kultur sowie NDR Kultur gibt es dank nur einer Tonspur halt dann ausschließlich die Surround-Fassung, aber nicht mehr die separate Stereo-Fassung. Der hr wird soweit mir bekannt keine Surround-Sendungen mehr via DVB anbieten.
Surround wird außer bei NDR Kultur in AAC sein, das muss der DVB-Receiver entweder in 6-Kanal-PCM wandeln und via HDMI an den Surroundverstärker geben oder er muss es in AC-3 transcodieren (!!!) und als AC-3-Bitstream weiterleiten. Die Zahl der "nicht-Freak-Geräte", die ersteres kann, dürfte extrem gering sein. Zweiteres ist der offiziell vorgesehene Weg (Irre, oder?), man ist also nun auch noch vom Goodwill des AC-3-Transcodings abhängig. Einfache Receiver (auch mit AAC-Support) bieten das nicht. Am ehesten düften es noch Fernseher können - in welcher Qualität, ist fraglich, denn außer beim DVB-T2 der ARD konnte das bislang noch niemand ausprobieren.
Und das ist dann doch nur noch ein kleiner neuer Aspekt einer ohnehin schon langen Verachtung der Kultur, die sich in Ausdünnung und Banalisierung der Kulturwellen (ganz übel 2021: rbb "Kultur") ebenso zeigt wie in solchen Dingen:
https://www.nmz.de/dossiers/swr-orchesterfusion
Die fehlenden 3-4 kHz oberhalb 17 kHz bei den Kulturwellen sind nicht schön, der weitgehende Verlust der Surround-Kompatibilität auch nicht, aber viel schlimmer dürfte der Entzug der kulturellen Teilhabe für diejenigen sein, deren Geräte nicht AAC-tauglich sind oder deren Kabelnetzbetreiber nicht mehr in der Lage sein wird, UKW bereitzustellen. Ich sehe das direkt an meiner Mutter: die Stereoanlage im Wohnzimmer kann sie grundlegend bedienen: ein/aus, laut/leise, Programmwahl. Ist natürlich UKW. Mit irgendwelchen Draufstellkästchen, die man nur über Fernbedienung steuern kann, muss ich es da gar nicht erst versuchen. Das lehnt sie ab, das ist zu komplex und stört die Optik (ja, ein Wohnzimmer ist nicht bei jedem eine Technikbude). Ab 14.12. fehlen also BR Klassik, SWR 2, WDR 3, hr2, MDR Klassik und Bayern 2. Dankeschön, ARD!
Am ehesten düften es noch Fernseher können - in welcher Qualität, ist fraglich, denn außer beim DVB-T2 der ARD konnte das bislang noch niemand ausprobieren.
Wieso das denn? Die AAC-Radiosender sind doch bereits im Äther, sonst gäbe es diesen umfangreichen Thread doch gar nicht. Nur BR Klassik sendet noch seine Testschleife auf der Surroundspur, was eigentlich ab Ende September bereits nicht mehr sein sollte. Bis dahin wollten die umgestellten haben, haben die aber nicht.
So, ich habe mich jetzt registriert mit dem gleichen Profilnamen unter dem ich auch bei DF geschrieben habe. Hier ein paar Gedanken, die mir bei der Beschäftigung mit dem Thema gekommen sind.
Die Spektren
Es fällt auf, dass der Low-Pass-Filter im zweiten Beispiel (AAC LC) unnatürlich "brutal" zuschlägt: Von "100 auf 0" als Brickwall-Filter. Ich interpretiere das so (Spekulation): Die Techniker der ARD erkannten, dass ihre Zusagen gegenüber den hauseigenen "Erbsenzählern" (keine Qualitätseinschränkung gegenüber MP2/AC-3 bei stark reduzierter Bandbreite) so nicht zu halten sind. Die Präzision war nicht gut genug um den bisherigen Frequenzbereich zu gewährleisten, also hat man den LPF eingezogen. Ansonsten hätte man die Bitrate nach oben anpassen müssen, was wohl ein No-Go war.
AAC LC ? MP2/AC-3
Ich sah zu Beginn den angekündigten Wechsel zu AAC LC positiv, obwohl mein ISIO S1 zu Beginn der Parallelausstrahlung nicht in der Lage war die neuen Streams wiederzugeben. Ich habe die Sender nie direkt über den SAT-Receiver gehört, sondern indirekt über den im ISIO S1 integrierten Twonky Media-Server, der die TS a) zu meinem mpd/ffmpeg-basierten Musik-Server streamen kann für Live-Musik und b) ich die Streams auf meinem Desktop-Rechner abgreifen kann um Sendungen aufzunehmen und weiterzuverarbeiten.
Von den Problemen der Digitalradios in Kabelnetzen war mir zu Anfang nichts bekannt.
320kb/s AAC-LC für Kultusender
Meine Referenz für hochwertigen Radioempfang ist "BBC Radio 3", der seine Sendungen in AAC LC mit 320kb/s streamt. Bitte mich nicht fragen, wie ich zu den 320kb/s-Streams komme
Mit dieser Bitrate hätten die Kultursender bei gleicher Bandbreite AAC LC genutzt um eine Qualitätserhöhung zu erreichen. Man sollte meinen neue Technologien werden eingesetzt um bessere "User Experience" (neudeutsch) zu erreichen. Das Gegenteil ist wohl hier der Fall.
Reaktion der ARD
Ein guter Bekannter hat in Abstimmung mit mir ein Schreiben an alle ARD-Intendanten verfasst. Darin wurden neben den technischen Aspekten auch auf die "Entwertung" der ARD-Klangkörper Bezug genommen. Die Antwort kam von einer Stelle; ich erspare mir hier den enttäuschenden Inhalt.
Wieso das denn? Die AAC-Radiosender sind doch bereits im Äther, sonst gäbe es diesen umfangreichen Thread doch gar nicht. Nur BR Klassik sendet noch seine Testschleife auf der Surroundspur, was eigentlich ab Ende September bereits nicht mehr sein sollte. Bis dahin wollten die umgestellten haben, haben die aber nicht.
Mit "konnte das bislang noch niemand ausprobieren" meinte ich die Zeit vor dem 30.6.2021. AAC Surround im Kabel oder auf Astra? Nicht dass ich wüsste. Damit fehlen sämtliche "Feldtests" bei den Leuten zu Hause, wo bekanntermaßen die Geräte reifen. Wenn ein nicht-T2-tauglicher Receiver (Satreceiver, Kabelreceiver) AAC-Surround irgendwie in AC-3 transcodiert, konnte das niemand ausprobieren bis zum wochenlangen Surround-Dauerzustand bei MDR Kultur ab Sommer 2021 und bis zur Schleife auf BR Klassik. Und wenn da jetzt Fehler auffallen und das Gerät nicht mehr im aktiven Support ist, hat man wieder Pech gehabt.
Da gab es soweit mir bekannt Probleme mit den Programmen des hr.
Für VU + gibt es zahlreiche Images FW Versionen,
so wie Addos,Plackins, weil das eine offene Linux Box ist,
mit Sicherheit sind bei VU+ keine billigen Minderwertigen Bauteile verbaut sondern hochwertige genau so wie im Technisat .
Zitat:
Ich kenne die VU-Geräte bislang nur dem Namen nach.
Das ist auch besser das du die nur vom Namen kennst ,
bleib mal lieber bei deinem Knack Radio Bastel Receiver
der hat auch weniger Funktionen
so das man mit der bedienung des Gerätes nicht überfordert wird
Wenn man keine Ahnung davon hat sollte man lieber die Klappe halten nicht von Dingen reden von dem du nichts versteht
.nu iss es bald so weit ,
Klangverlust bei Bekannten Sendern .
Vodafone ab 16.11 wohl schon scheiß Kabel
mir ist auch völlig wumpe was irgendein Spektrem,
Diagramm an zeigt es ist 0815 Murks .
Nun hat es das Thema sogar in den Focus geschafft.
Nur leider strotzt der Artikel nur so an Falschinformationen.
Kleine Kostprobe:
Zitat:
Hintergrund ist eine Umstellung des Satelliten-Anbieters Astra. Astra ist für die Zuführung der Sender zu Vodafone zuständig.
Wieso sollte SES die Umstellung veranlasst haben? Dies hat wohl alleine die ARD zu verantworten.
Die Zuführung hat Vodafone wohl selber gewählt. Seit wann ist SES dafür zuständig?
Zitat:
Gleichzeitig hat sie den Audiostandard geändert und setzt auf AAC-LC (Advanced Audio Codec-Low Complexity). Dieser Standard benötigt bei gleicher Klangqualität weniger Datenrate.
Ich glaube nicht nur hier im Fachforum sind wir uns alle einig, dass die Klangqualität teils bedeutend schlechter ist, als bei mp2.
Statt Fakten bekommt man - wie üblich - im Focus nur Lügen serviert!
sagen wir es mal so, bei gleicher Bitrate sollte es sich verhalten mit Mpeg2 zu Mpeg4.
Man kann mehr Daten übertragen, was sich eigentlich positiv auf das Bild auswirken sollte.
Beim Bild stimmt das definitiv, wie das aber beim Ton, in dem Fall AAC vs. Mp2 ist, dazu kann ich nicht viel sagen. Das ist nicht mein Fachgebiet
Der Focus hat hier irgendwie versucht, die Pressemeldung von Vofadone erklärend zu verarbeiten. Journalismus kann ich weit und breit keinen erkennen. Wundert mich auch nicht mehr. Das Thema ist so speziell, da spielen sie lieber den Berater-Onkel fürs ahnungslose Volk und verbreiten Pressemeldungen weiter. Wo irgendwas zu fehlen scheint, erfindet man es blumig hinzu.
Für die Kabelnetzbetreiber gibt es meines Wissens nach keine andere Zuführungsmöglichkeit mehr als Astra. Die Zuführung via Leitung existiert nicht mehr. Die hatte man einst, um die ineffizient ins Kabel umsetzbaren SD-Transponder schon bei der ARD kabelgerecht zusammenzupacken.
Vodafone hätte transcodieren können, die Technik dazu haben sie prinzipiell. Aber zur Wahrung der künftig angelieferten Qualität hätten sie dazu schon eigentlich auf 256 kBit/s MP2 gehen müssen, also aufs Doppelte dessen, was AAC meist bietet. Und da dürfte die ARD dann doch auch Interesse an weniger Kosten gehabt haben. Man zahlt ja Einspeiseentgelte bei der Vodafone. Kleine Netze können davon nur träumen.
Ich glaube nicht nur hier im Fachforum sind wir uns alle einig, dass die Klangqualität teils bedeutend schlechter ist, als bei mp2.
Laut zwei Verfahren, die professionelle Blind-Hörtests nachbilden, (PEAQ oder PEMOQ) braucht es für 320 kBit/s MP2 schon mindestens sowas wie 192 kBit/s LC-AAC, eher 256 kBit/s LC-AAC. 128 kBit/s LC-AAC landen qualitativ irgendwo knapp oberhalb von 192 kBit/s MP2, also an der Grenze zur Wahrnehmbarkeit.
https://d3i71xaburhd42.cloudfront.net/983479eb907e03a5356a1cc9963fa5a1052968eb/4-Figure1-1.png
aus
https://api.semanticscholar.org/CorpusID:49188017
Was die Grafik freilich nicht abbilden kann: schlechte oder fehlerhaft arbeitende Decoder in Endgeräten.
Nur leider strotzt der Artikel nur so an Falschinformationen.
Auf dem Bild wird FM1 abgebildet ,
FM gibt es weder über Sat, im Kabel nicht mehr.
FM ist Analoge Frequenz Modulation .
Zitat:
Kabel das von Vodafone taugt nichts , Kompress wirrwar ,
Testaufnahme TV gleiche Sendung in HD,
ist der Speichervierbauch ca. 20/30 % über Kabel höher als über Sat ,
unverständlich dabei ist, das bei Sat man immer sagt, das
bei Sat die Qualität besser ist als über Kabel .

ENDE DES RUNDFUNKS
[Gast]Noch 20 + 1 Tage
Habe ich das richtig verstanden das Programm NDR Kultur lässt sich dann nach den 14. nicht mehr auf UKW umsetzen da AC3?







