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Abschaltung des ARD-Hörfunk-TP stoppen!

dieser Beitrag wurde am 16.06.2021 von Christian Schubert gestartet
Admin
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Receiver: Atevio 7500 HD, TBS 5922SE


  vom Mi. den 13.10.2021 um 22:39
# 211

Ein Receiver der AAC beherrscht wäre wohl günstiger, und weniger aufwändig
usb
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Receiver:


  vom Do. den 14.10.2021 um 00:31
# 212

Du verstehst das nicht so ganz,

Du kannst davon ausgehe das Große Namen-hafte Hersteller schon gründlich getestet haben das Alle Formate korrekt wiedergegeben werden,
mit dem der Receiver z,b, als Merkmal angegeben ist das dass korrekt funktioniert , grade diese auch die eine Online Smart Funktion haben ,
viele Kunden auch Clips aus dem Internet darüber abspielen von YouTube z. b., oder über das Netzwerk vom PC was streamen was ich manchmal auch mache weil das Bild Größer am 55 Zoll TV größer ist über den Receiver , das Tonformat manchmal auch AAC, oder ein anders ist,
Fehler auffallen auf wenn welche sind oder waren, sind aber nicht.

Schlimm ist das Leute nun die Hersteller nerven die nichts
dafür können an den 0815 AAC Schrott Sound von ARD !
usb
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  vom Do. den 14.10.2021 um 01:36
# 213

Zitat von: Christian Schubert []
Tja, @usb, wenn Du nur mal ein paar Test-Audios anhören und mir danach sagen würdest, welches davon 320 MP2 (Hörfunktransponder) und welches 128 LC-AAC (das neue System) ist. Aber das lehnst Du ja ab. Es könnte Dir helfen und auch mir: danach wüssten wir, ob Deine Geräte fehlerhaft decodieren oder ob mein Gehör für die Tonne ist.


Bei insgesamt 4 Geräten unterschiedlicher Typen Bez. und Hersteller muss ich nicht an den Geräten rum fummeln und das tut ich auch nicht nur weil die ARD nicht in der lage ist .
Du kannst auch zahlreiche DAB Plus Radios und Tuner auseinander bauen
drin herum basteln der Sound wird trotzdem nicht besser, weil die Sender das nicht hergeben
usb
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  vom Do. den 14.10.2021 um 01:51
# 214

Zitat von: Christian Schubert []
Juristisch wäre das Signaldiebstahl und würde eine Klage der Vodafone nach sich ziehen.
.


Bei den meisten ist das noch nicht angekommen das umgestellt wird,
das sind nur 2 % die das im Internet gelesen haben ,
Alle werden das erst merken wenn die Alten Sender abgestellt sind "No Signal kommt " man dann einen Suchlauf Neu macht und dann mit der Zeit feststellt ,
Radio Text fehlt ganz ,
ich kann im Display nicht mehr sehen wie die Sendung heißt,
der Name der Interpreten bei Musik wird nicht mehr angezeigt ,
Klang ist auf ein mal schlechter bei den Neuen AAC Sendern .
Christian Schubert
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  vom Do. den 14.10.2021 um 09:38
# 215

Zitat von: Admin []
Ein Receiver der AAC beherrscht wäre wohl günstiger, und weniger aufwändig

Gar nicht so einfach.

Wie wir aus mehreren Foren inzwischen ahnen können, gibt es mit formal AAC-tauglichen Geräten Probleme, weil sie AAC zu hoch pegeln und in der Dynamik komprimieren. Im rundfunkforum.de wurden dazu sogar Screenshots veröffentlicht, an denen man das richtig gut sehen kann.

https://www.rundfunkforum.de/viewtopic.php?p=1618251#p1618251

https://www.rundfunkforum.de/viewtopic.php?p=1618253#p1618253

Das war ein TechniSat Technicorder ISIO STC. Welche Kaliber soll man denn sonst noch auffahren, damit Radio ordentlich spielt?

Auch von Fernsehern (ja, auch UHD-Geräten) eines großen koreanischen Herstellers liest man so etwas - ich habe es auch von einem DVB-Kopfstellenentwickler und Toningenieur in der privaten Kommunikation gehabt.

Meine formal AAC-tauglichen Receiver (Sat und Kabel, in Summe 4 Stück) knacken bei den Programmen von Bremen, NDR, BR und SWR weiterhin. Dafür decodieren sie richtig. Mein eigentlicher HD+-zertifizierter Satreceiver in der HiFi-Anlage (ich besitze keinen Fernseher, DVB dient mir tatsächlich nur dem Hörfunk) schweigt bei AAC. Nur NDR Kultur kann er künftig - es knackt alle 4-5 Minuten auch bei diesem Gerät und beweist, dass das Knacken nicht auf ein Fabrikat beschränkt ist.

Der VU+ eines Freundes knistert beim hr wie eine Schallplatte.

Was soll man empfehlen, was soll man kaufen? Vor allem, wenn eine Programmnamenanzeige am Gerät für Hörfunknutzung letztlich Pflicht ist und das Gerät auch anständig aussehen soll, weils in der Wohnzimmeranlage zum Einsatz kommt.

Und dort, wo bislang am Kabelanschluss über UKW gehört wird, sind "Draufstellboxen" teils schon deshalb nicht möglich, weil kein Line-In an der vorhandenen Anlage vorhanden ist. Oder, weil die Bedienung eines neuen Gerätes die Besitzer (Senioren) überfordern würde. So wie bei meiner Mutter, die mit menübedienten Geräten nicht klarkommt und keine Technik-Stapel akzeptiert aus optischen Gründen und deshalb ab 14. Dezember auf ihre ARD-Kulturprogramme verzichten muss.

Das ist Mutters Wohnzimmerradio:

Bild

Mit Radio an/aus, Speicher durchblättern (DLF, DLF Kultur, Bayern 2, BR Klassik, SWR 2, WDR 3, hr2, MDR Kultur, MDR Klassik, MDR Aktuell, BR Heimat, OE1) kommt sie klar, mit "laut/leise" auch, sogar CD schafft sie. Der Plattenspieler ruht seit Vaters Tod weitgehend, den kann nur noch ich bedienen. 2 Meter Jazz, Klassik und Mutters Volkslieder aus ihrer aktiven Chor-Zeit stehen bereit. Eine schwarze Plastedose mit Fernbedienung darf ich da nicht draufstellen.

Bei einer Nachbarin meiner Mutter gibt es an der Anlage keinen Line-In. Auch da künftig: weitgehend Totalausfall.
Christian Schubert
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Receiver:


  vom Do. den 14.10.2021 um 10:16
# 216

Zitat von: usb []
Du kannst davon ausgehe das Große Namen-hafte Hersteller schon gründlich getestet haben das Alle Formate korrekt wiedergegeben werden


So einfach ist das nicht. Die Gerätehersteller konnten nicht mit ARD-AAC via Satellit testen. Sie konnten bis 2015 nur im Labor testen gegen synthetische Signale, die mit realen Aussendungen hinsichtlich Signalisierungen und encoderspezifischen Eigenheiten etc. nichts zu tun hatten.

Seit November 2016 hätte man testen können mit den NRK-Radios auf 4,8° Ost - 64 kBit/s HE-AAC Klingeltonqualität. Etwas später, Anfang 2017, dürften die ersten Tschechen in AAC auf 23,5° Ost gekommen sein. Vorher gab es gar keine Chance, irgendwas live vom Transponder zu testen. Und Receiver für Deutschland mussten gleich gar nicht getestet werden - war ja oft kein AAC drin.

Bevor Ende Mai 2016 DVB-T2 in Deutschland startete, saßen - so geht zumindest die Legende - in Münchner Hotelzimmern die Entwickler internationaler Elektronikkonzerne und betrieben Feintuning ihrer erst zur Marktreife zu bringenden Empfangsgeräte am IRT-Testmux. Vorher hatten sie nur Transportströme zur Verfügung, die sie als kurze Sequenz in einer Art "Preview" nutzen konnten. Und trotz aller Aufwände waren manche T2-Geräte dann in den ersten Wochen / Monaten Regelbetrieb mackig und brauchten sofort Softwareupdates.

Da waren die Geräte aber auch nagelneu und die Markteinführung lief erst an. Da wurde schnell reagiert.

Du kannst aber nicht erwarten, dass ein Hersteller heute, nur weil die ARD das so will, für ein von 2010-2013 vrkauftes, vielleicht bis 2015 mit Updates versorgtes Gerät nochmal Zeit und Geld investiert, damit das AAC-Zeugs korrekt spielt. Schon gleich gar nicht, wenn damals keine AAC-Funktionalität vorgesehen und also keine Lizenzgebühr entrichtet wurde.
Christian Schubert
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  vom Do. den 14.10.2021 um 10:18
# 217

Zitat von: usb []
Bei insgesamt 4 Geräten unterschiedlicher Typen Bez. und Hersteller muss ich nicht an den Geräten rum fummeln


Sollst Du auch nicht. Du sollst einfach paar Wave-Dateien mit je 20-30 Sekunden Audio runterladen und am PC anhören. Ganz ohne Receiver.
Admin
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Receiver: Atevio 7500 HD, TBS 5922SE


  vom Do. den 14.10.2021 um 10:22
# 218

Fragen wir mal anderes herum, wie groß ist das Problem eigentlich ?
Also wie viele Geräte betrifft es, viele oder nur wenige bestimmte ?
Christian Schubert
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  vom Do. den 14.10.2021 um 10:25
# 219

Zitat von: usb []
Bei den meisten ist das noch nicht angekommen das umgestellt wird,
das sind nur 2 % die das im Internet gelesen haben ,
Alle werden das erst merken wenn die Alten Sender abgestellt sind "No Signal kommt "


Genau so siehts aus, u.a. dank der Ignoranz der Printmedien (überregionale / regionale Tageszeitungen, Wochenmagazine etc.). Es wissen bislang eigentlich nur die "Freaks". Die anderen wundern sich höchstens, warum da "alt_" davorsteht. Oder können nichtmal das sehen, denn gute UKW-Umsetzer generieren den RDS-Namen nicht aus dem DVB-SI-Label, sondern aus den mitgesendeten RDS-Daten bzw. einer manuellen Eingabe in der Kopfstelle.

Manuelle Eingabe... das bringt mich auf eine Idee... muss dann gleich mal mit dem Inhaber des Kabelnetzes am Heimatort sprechen. Wobei: wir wissen, dass sogar noch zahlreiche UKW-Tuner ohne RDS-Anzeige genutzt werden, Stereoanlagen der 1980er Jahre halt. Die könnten nicht mal sehen, wenn wir ins RDS was anderes reinschreiben.
Christian Schubert
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  vom Do. den 14.10.2021 um 11:46
# 220

Zitat von: Admin []
Fragen wir mal anderes herum, wie groß ist das Problem eigentlich ?
Also wie viele Geräte betrifft es, viele oder nur wenige bestimmte ?


Kaum zu beziffern. Es geht ja nicht darum, ob es jeder Gerätetyp korrekt kann, sondern darum, dass es die Geräte korrekt können, die für Hörfunk genutzt werden.

Aua, das wird jetzt viel Text.


Thema "DVB-Direktempfang Sat/Kabel":

Würde der TV meines Onkels / meiner Tante oder auch der TV meiner Mutter AAC-untauglich sein, fiele das nicht auf - keine Radionutzung über die Fernseher. Mutters Panasonic kann es leidlich ordentlich (eventuell ist vereinzelt Knacken drin bei den genannten Programmgruppen, muss ich nochmal prüfen, wenn ich wieder dort bin), der TV meines Onkels sollte auch irgendwie Ton ausgeben - interessiert aber dort gar nicht. Dort dudelt nur ein Küchenradio.

Dafür schmerzt es sehr, dass z.B. TechniSat Digicorder HD-S2, Digicorder HD-S2 plus, Digicorder HD-K2, Digit HD8-S, Digit HD8 plus, Digit HD8-C generell AAC-untauglich sind. Das sind die Receiver mit 16-stelliger Programmnamenanzeige, RDS-Anzeige und MP2-Direktaufnahmefunktion (also kein Demuxing nötig) - eben für Hörfunk optimiert und deswegen vielfach dafür im Einsatz, oft sogar extra dafür gekauft. Künftig halt nicht mehr für ARD-Radio.

Ähnliches gilt für Geräte wie Technotrend S845HD+ (sogar 43 cm breit!) oder einige Kathrein und eine "Digitalbox", die wegen ihrer Programmnamenanzeigen gern für Radio genutzt werden. Und auch für manche SD-Geräte (war für Hörfunknutzung ja egal): TechniSat Digicorder S, Digicorder S2, Digiplus STR1, Kathrein UFS 702, UFS 712.

Die sind dann halt raus.
Christian Schubert
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  vom Do. den 14.10.2021 um 11:46
# 221

Thema "digitale Kabelradios":

Nach allem, was bislang bekannt ist, wird der 6-stellig verkaufte (darauf deuten bestimmte Marktzahlen hin) TechniSat Cablestar 100 wohl kein Update für AAC bekommen. Das Gerät steht mit Hinweis, nur MPEG1/2-Audio zu unterstützen, inzwischen im Servicebereich der Webseite. Dafür kommt ein neues Gerät im gleichen Gehäuse, 16 EUR höhere UVP, das LC-AAC können soll.

Bei Cablestar-100-v1-Besitzern entscheidet also der Wohnort darüber, ob künftig noch ARD-Radio spielt. Vodafone oder anderes transcodierendes Großnetz: ja. Alle anderen Kabelnetze: nein. Das ist gerade hier, wo ich wohne, besonders skurril: mein Block ist von der Genossenschaft 2005 von der damaligen Berliner RKS auf KDG umgestellt worden. RKS-Netze sind heute PYUR, KDG ist heute Vodafone. Hier im Haus wird der Cablestar 100 (es liegt gerade einer in einer Plastetüte hinter mir) weiterhin spielen, wenn auch vermutlich in eher schlechter Audioqualität. Im Nachbarhaus, 30 m übern Wäscheplatz, anderer Eigentümer, wird er stumm bleiben. Dort ist PYUR drin, die leiten in Berlin zumindest bislang AAC 1:1 durch. Da wird Lotto gespielt mit den Besitzern der Geräte. Das trägt Potential für viel Freude in sich.

Etwa 2/3 der Kabelanschlüsse in Deutschland dürften Vodafone sein. Damit bleibt bei angenommener Gleichverteilung etwa 1/3 der Geräte entwertet. Dürften so mindestens 70.000 sein, schätze ich. Alle erst ab 2018 gekauft. Meist für ARD-Radio (zahlenmäßig das meiste in den Netzen). Nur dieses eine Gerät. Ca. 4 Mio. EUR Endkundenwert.

Bei den Produkten der Konkurrenz ("Vistron") steckt ein formal potenter Prozessor drin, der auch in HDTV-Receivern eingesetzt wird und laut Chiphersteller AAC unterstützt. Das ist kein Geheimnis: Gehäuse öffnen, reinschauen. Dort dürfte ein Update nicht an technischen Limitierungen (CPU-Leistung) scheitern.

Aber: für jedes ertüchtigte Gerät muss der Hersteller nen knappen EUR Lizenznachzahlung leisten. Er kann also nicht einfach eine neue AAC-taugliche Software auf die Webseite stellen - dann wäre die formal für alle zugänglich und er müsste für eine mindestens den TechniSat vergleichbare, eher höhere Gerätezahl (höherer Verkaufsrang bei Amazon, mehr Rezensionen bei Amazon, längere Zeit im Markt, teils über Netzbetreiber aktiv vermarktet) Lizenz nachzahlen. Das wird ein eher kleiner Bayerischer Mittelständler (Vistron ist echtes "Made in Bavaria"!) kaum aus der Kaffeekasse leisten können.
Christian Schubert
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  vom Do. den 14.10.2021 um 11:48
# 222

Ideal wäre, würde jedes Gerät eine unveränderliche Seriennummer digital auslesbar haben. Dann könnte man in einem Update AAC integrieren, aber deaktiviert lassen und dazu eine Seriennummer-Anzeigefunktion ins Menü einbauen und eine Hash-Wert-Bildung mit Vergleich in den Lizensschlüssel-Prozess. Ein an ARD-Hörfunk interessierter Kunde müsste also erst die neue Software gratis laden, dann die Seriennummer des Gerätes auslesen, in eine Bestell-Maske für die AAC-Lizenz auf der Shop-Seite eintippen, die Lizenz zahlen und den Schlüssel für sein und nur sein Gerät per Mail entgegen nehmen. Die Nummer müsste er dann ins Gerät eintippen, um AAC freizuschalten.

Aber bei solchen Consumergeräten ist sowas normalerweise technisch schon kaum möglich. Es bleibt also spannend, ob es überhaupt ein AAC-Update für Vistron-Kabelradios geben wird und wenn ja, wie es dann in die Geräte kommt. Auch dürften mit einem solchen Prozess erhebliche Teile der Gerätebesitzer überfordert sein. Gerade die Einfachheit des DVB-Kabelempfanges ist ja einer der Pluspunkte dieser Geräte.
Christian Schubert
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  vom Do. den 14.10.2021 um 11:48
# 223

Thema "UKW-Kabelumsetzung"

Betroffen sind alle derzeitigen UKW-Kopfstellenumsetzer. Kein einziger kann AAC. Für WISI Tangram / Chameleon gibt es ein Lizenzupgrade (Kosten habe ich noch nicht erfragt), das die Anzahl der umsetzbaren Kanäle erhält. Bei Astro Strobel werden die aktuelleren Umsetzer mit Lizenzupgrades versorgt. Dabei sinkt die Zahl der UKW-Umsetzungen leistungsbedingt auf 50-75% (man optimiert da offenbar noch und versucht zu retten, was zu retten ist). Bei Axing halbiert sich die Zahl der UKW-Umsetzungen. Netzbetreiber (das können auch Hausgemeinschaften, Seniorenheime etc. sein) müssen also Geld bezahlen, auf 25-50% der ARD-Programme verzichten oder neue Hardware dazu kaufen.

Ältere Umsetzer von Astro Strobel erhalten kein AAC-Upgrade, weil bei denen auch der Tuner nur DVB-S1 kann. Es wäre also ein Stück aus der Platine zu sägen und das Frontend zu ersetzen - geht nicht. Das gleiche passiert bei Kathrein (UFO 313) - kann auch nur DVB-S1, ich erwarte da kein AAC-Update mehr. Die weit verbreiteten und sehr hochwertigen Blankom STR 821 (6 UKW aus 2 DVB-S1) und ATR 221 (6 UKW aus 2 ASI) können keine Updates bekommen, weil Blankom liquidiert ist. Wie es bei GSS aussieht, weiß ich nicht. Dort gibt es einige Umsetzer, die immerhin S2-Frontends haben.

Dahinter hängt ein unbekannter Zoo an Stereoanlagen und UKW-Tunern. Betroffen ist da letztlich jedes Gerät, egal welches Fabrikat.


Die Medienanstalten geben jährlich einen "Digitalisierungsbericht Audio" heraus, der die Nutzungszahlen über Telefoninterviews ermittelt. Die dort angegebenen Nutzungen sind fragwürdig, weil man Empfangswege und Empfangsstandards vermischt. Meint "Kabelempfang" also nur DVB oder auch UKW am Kabel? UKW am Kabel kann von UKW terrestrisch umgesetzt sein (bei den Regionalprogrammen), es kann aber auch von DVB umgesetzt sein (Bayern 2 im Netz der Willy.tel in Hamburg).

Die einzige halbwegs klare Aussage im Digitalisierungsbericht ist die der "meistgenutzten Empfangsart". Hier Abb. 6 auf Seite 32.

Demnach sagen grob ca. 1,4 - 2 Millionen Menschen, dass sie Radio via Sat oder Kabel als "meistgenutzten" Empfangsweg nehmen. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren rückläufig, aber beachtlich, da bei vielen Menschen das (UKW-)Autoradio der meistgenutzte Empfangsweg ist, gefolgt vom (UKW-)Küchenradio, während DVB-Radio oder Kabel-UKW ja nur stationär und oft nur im Wohnzimmer genutzt werden - von Interessenten spezieller Sendungen. Es geht bei dieser Abfrage ja nur um den "meistgenutzten" Empfangsweg. Eine nicht-Nennung bedeutet ja nicht, dass man einen bestimmten Empfangsweg gar nicht nutzt.
Christian Schubert
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  vom Do. den 14.10.2021 um 11:49
# 224

Auch meine Mutter müsste "UKW terrestrisch" als meistgenutzten Empfangsweg angeben, nämlich das Küchenradio. Die Wohnzimmeranlage ("UKW Kabel via DVB") kommt für den Kulturgenuss gezielt zum Einsatz. Das ist zeitmäßig weniger als das Küchenradio.

Unklar bleibt im Digitalisierungsbericht, wie Kabel-UKW (via DVB gespeist) in den "Sat/Kabel"-Zähler der "meistgenutzten Empfangsart" eingeht. Vermutlich gar nicht. Woher soll die Nachbarin meiner Mutter wissen, dass ihr MDR Klassik, das sie auf UKW im Kabel hört, eigentlich von DVB stammt? Für diese Frau ist das, was sie hört, UKW. Im Digitalisierungsbericht zählt das vermutlich knallhart in die Terrestrik.

Interessant ist auch der Vergleich zu Abb. 5 weiter vorne. Dort steigt die "Digitalisierungsquote" Sat und Kabel mit den Jahren. Geräteausstattung steigt also, "meistgenutzte Empfangsart" sinkt? Kann schon sein. Laut Abb. 5 auf Seite 31 sind Sat / Kabel bei 22,6%, DAB+ bei 30,4%. So weit auseinander sind die nicht, was auch immer da gezählt wurde. Man vergleicht hier ja ein Mobilmedium (DAB+) mit einem zwingend stationären Medium (DVB-S/C).

Die "Dunkelziffer" für Sat/Kabel dürfte also deutlich höher liegen als 1,5 Millionen Menschen. Nämlich durch Hinzuzählen von UKW-Umsetzungen und durch Hinzuzählen der nicht "meistgenutzten", aber eben gezielt genutzten Empfangswege.

Es geht also am Ende um mehrere Millionen betroffene Menschen.
Admin
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Receiver: Atevio 7500 HD, TBS 5922SE


  vom Do. den 14.10.2021 um 14:34
# 225

Zitat von: Christian Schubert []
Thema "digitale Kabelradios":

Nach allem, was bislang bekannt ist, wird der 6-stellig verkaufte (darauf deuten bestimmte Marktzahlen hin) TechniSat Cablestar 100 wohl kein Update für AAC bekommen. Das Gerät steht mit Hinweis, nur MPEG1/2-Audio zu unterstützen, inzwischen im Servicebereich der Webseite. Dafür kommt ein neues Gerät im gleichen Gehäuse, 16 EUR höhere UVP, das LC-AAC können soll.


Also kann man sagen, Technisat hatte für das Gerät keine AAC Lizenz erworben.
Nachträglich die Lizenz zu kaufen wäre zu teuer, da sie dann für jedes Gerät die Lizenz nachkaufen müssten. Bei sagen wir 100.000 Kabel Radios und 1 Euro pro Radio würde das 100.000 Euro kosten.

Nun bringen sie quasi einen "neuen" Radio Cablestar, was diese Lizenz hat.
Ist mehr oder weniger das selbe, nur mit neuer Firmware / Software.

Soviel dann zum Thema Nachhaltigkeit.

Bleibt noch die Frage der Rückabwicklung des Kaufs wegen Mangels.
Würde alle Geräte betreffen, die innerhalb von 2 Jahren gekauft werden.
Ist die Frage was billiger ist, die alten Kisten alle zurück zu nehmen, oder das Update verteilen.